städtebaulicher Ideenwettbewerb

Ankauf
ludwig Eckl, Architekt
Rupert Wirzmüller, Landschaftsarchitekt
aus dem Preisgerichtsprotokoll:

Konzept
Die Arbeit überzeugt durch die klare Ausrichtung eines Gewerbes bzw. Wohn- und Mischgebietbandes. Damit gelingt die Schaffung eines dominanten, klar strukturierten Grünzuges, der in der Lage ist, die im Norden und Süden vorhandenen Grünbezüge fortzuführen.
Die strenge Nutzungstrennung Gewerbe/ Wohnen verlangt andererseits eine stärkere Vernetzung der Wege-verbindungen. In gelungener Weise nimmt die Arbeit sowohl auf Baumbestand als auch auf die vorhandene Kasernenbebauung Rücksicht. Damit ergibt sich logisch die vorgeschlagene strenge städtebauliche Struktur in konsequenter Weise.

Programm
Die vorgeschlagenen Grobstrukturen sind flexibel und ermöglichen die ganze Palette moderner Wohnformen, wobei bei den vorgeschlagenen Detaillösungen Verbesserungen (Belichtung / Belüftung) notwendig sind. Die Gewerbecluster eignen sich gut für die geforderte kleingewerbliche Ansiedlung. In großzügig angelegten Freiräumen werden Kirche und Kasino schlüssig eingebunden und Sport- und Freizeitaktivitäten folgerichtig angeboten.

Grün – und Freiflächen
Die Ausbildung eines breiten N-S-gerichteten Grünzuges als extensives landschaftliches Parkband ist interessant. Der Baumbestand wird gut integriert, die erforderlichen intensiveren Spiel- und Sportflächen werden jedoch hier nicht nachgewiesen, sondern in nicht akzeptable Randbereiche gedrängt. Die "Landschaftsrampe" im Süden ist im Verhältnis von baulicher Maßnahme zu tatsächlicher Freiraumqualität völlig überzogen. Die O-W-Verbindung wird im Bestandsbereich des Grasiger Weges gut erreicht. Die an sich interessante Konfrontation einer "idyllischen" Wiesen- und Streuobstlandschaft mit einem strengen Städtebau wird leider nicht überzeugend ausformuliert.

Verkehr
Gute Vernetzung für Fußgänger und Radfahrer nach allen Seiten. Die Tram-Haltestelle ist ohne städtebauliche Signifikanz. Die zusätzlichen Anbindungen der Gewerbeflächen an die B 17 sind unrealistisch, können jedoch weggelassen werden. Der mittlere Anschluß an die B 17 dient nur dem Gewerbe. Durch die Kappung des Nestacker Weges unzureichende Vernetzung im MIV, das gleiche gilt für MIV-Vernetzung nach Alt-Pfersee. Der südliche Anschluß an die B 17 ist aufwändig. Die einfache Ampelkreuzung funktioniert allerdings auch ohne den Fuß- und Radwegesteg.






Wirtschaftlichkeit
Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit ist diese Arbeit im unteren Bereich angesiedelt. Zwar sind die Flächen der Wohnbebauung über die geforderte Größe nachgewiesen, allerdings sind Mischgebiets- und Gewerbeflächen unter den Anforderungen des Raumprogrammes. Verstärkt wird dies dadurch, daß der Verfasser im Nordwesten unzulässigerweise Flächen der Nachbargemeinde überplant. Bedingt durch das gewählte Rasterkonzept ist jedoch eine abschnittsweise Realisierung in einzelnen Bauphasen gut denkbar.

Wirtschaftlichkeit Wohnbebauung
Der "Rasterfeldaufbau" fördert die Wirtschaftlichkeit, allerdings sind besondere ökologische Wohnbaumerkmale nur schwach erkennbar.

Insgesamt liegen die Stärken des Beitrags in der klaren, tragfähigen städtebaulichen Struktur und der gelungenen Zuordnung von Gewerbe – Grün – Wohnen. Das Defizit an Gewerbeflächen führt aber zu einer Unwirtschaftlichkeit in diesem Bereich.