städtebaulicher Ideenwettbewerb

4. Preis
Angela Lambea und Andreas Voigt, Architekten
Ariane Röntz, Landschaftsarchitektin
aus dem Preisgerichtsprotokoll:

Konzeption
Die Idee, die historische (teilweise vormilitärische) Ost-West-Struktur aufzugreifen, und als strategisches Grundmuster vorzugeben überzeugt, auch wenn sie in ihrer stringenten Umsetzung dem inneren Bestand nicht in allen Teilen gerecht wird. Sie stellt auch keine ausreichende Vernetzung zur vorhandenen Umgebung dar, wie das bereits bei der Kasernenstruktur der Fall war. Die Gliederung in Nutzungsstreifen läßt entlang der Ost-West-Erschließungsstraßen vielfältige städtebaulich wirksame Spannungen erwarten.
Die über die Streifenstruktur gelegte "Diagonale" verbindet als "grüne Schneise" wesentliche zu erhaltende Bestände; sie wird als nicht etwa nur graphisches Element anerkannt, weil sie als wirkungsvolles Gliederungsmittel das Gebiet vom Friedhof über die Militärkapelle bis zum Kasino auch funktionell verbindet. Wesentliche damit beabsichtigte Funktionen wie Wegebeziehungen und Klimaaufgaben sind nicht ausreichend in der Fläche ausgeformt und nicht dargestellt.

Das wiederaufgenommene "große Grün" im Zuge des bisherigen Baseballfeldes ist räumlich klar und städtebaulich prägend definiert. Der Grasiger Weg mit Allee, dessen Verlauf der strengen Streifenstruktur nicht unterworfen wird, bildet eine Haupterschließung für ein intensiv durchgrüntes hochwertiges Mischgebiet.

Programm
Die kleinräumige Konzentration der Nutzungen in Ost-West-Streifen und die Vielzahl der Nutzungswechsel in Nord-Süd-Richtung versprechen einerseits hochwertige Nutzungszonen für Wohnen und Gewerbe etc. ..., andererseits attraktive spannungsreiche Urbanität. Die augenfälligen Nutzungskonflikte bedürfen allerdings weiterer immissionsschutzrechtlichen Überlegungen und Nachweise. Die Wohnungsgebiete sind teilweise nur schematisch entwickelt. Die Gewerbegebiete, die überdimensioniert viel Bruttogeschoßfläche enthalten, bringen interessante Ansätze in ihrer Ausformung.

Umweltaspekte
Die transparente Glaswand entlang der B 17 vermag flächensparend in angemessener Weise Lärmschutz zu gewährleisten, allerdings nicht ausreichend für die südliche Wohnnutzung. Die Baustruktur (bis vier Geschosse) behindert möglicherweise den mikroklimatischen Austausch. Die Nord-Süd-Durchlüftung entspricht nicht den Anforderungen.

Gestalt
Trotz der strengen strukturellen Ausrichtung entstehen gute für gute Orientierbarkeit, für innere Vernetzungen, Spannung und Vielfalt. Das vorgesehene KZ-Museum erhält kein angemessenes Umfeld.







Freiräume
Die Arbeit entwickelt aus der Zeitschiene heraus ein sehr interesssantes landschaftsarchitektonisches Konzept. Ausgehend vom Vegetationsbestand wird über eine "landwirtschaftliche" Zwischenphase, der Setzung neuer Baumstrukturen sukzessive ein Endzustand entwickelt, der sehr differenzierte Aussenräume zeigt und auch die Nutzungsanforderungen erfüllen kann. Die Überlagerung der dominierenden ost-west-gerichteten Streifung durch einen nord-süd-gerichteten Verbindungsraum bleibt auf der Konzeptebene stehen, den Nachweis einer Umsetzung bleibt der Verfasser schuldig.

Verkehr
Das Grundkonzept der Nutzungsstreifen führt zu einer maximalen Vernetzung. Die Führung der Straßenbahn sowohl über Stadtberger Strasse als auch durch das Gebiet ist unklar. Die Erschließung des Friedhofs durch die Tram ist ebenfalls unklar; die Lage der Haltestellen ist zu überarbeiten. Die mittlere Anbindung an die B 17 ist nicht funktionsfähig. Aussagen zum ruhenden Verkehr sind spärlich.

Wirtschaftlichkeit Wohnbebauung
Die Bereitstellung von Wohnbauflächen ist untergeordnet im Konzept der gesamten ertragsbringenden Areale. Gewerbeflächen dominieren die Wohnbebauung im sog. Sandwichprinzip.

Realisierbarkeit und Entwicklung in Etappen sind ambivalent zu bewerten.
Die Arbeit ist in ihrer strategischen Konzeption ein interessanter Beitrag, der die Frage nach Urbanität ernst nimmt.







Stadtteilarbeitskreis "Sheridan Kaserne" am 20. Juli 01
Beiträge zum städtebaulichen Ideenwettbewerb

4.Preis Lambea und Voigt, Röntz


Gesamtentwurf

Sehr unlogisch, erinnert sehr an USA, sehr zweifelhaft bezügl. Durchführung.

Zu starke Abgrenzung der einzelnen Gebiete

Schichtung wenig sachlich begründet. Von woher anfangen?


Verkehr

Verkehrskonzept unklar.


Erschließung

Positive Möglichkeit der zeitversetzten Erschließung


Grasiger Weg

Grasiger Weg wird Durchgangsstraße (Hauptachse) .


Grün/Freiraum

Wenn der Nord-Süd-Grünzug breiter würde, ein wirklich interessanter Ansatz! Ausbaufähig!

Grünachse Nord-Süd hat wenig Qualität.

Negativ: Anschluß an Schlössle Grün fehlt.


Wohnen/Gewerbe

Keine Erholung möglich, wenn Wohnung und Arbeitsplatz nebeneinander liegen.


Historische Gebäude

Positiv: KZ-Halle bleibt erhalten.


Soziale Infrastruktur

Anbindung an Alt-Pfersee?