städtebaulicher Ideenwettbewerb

5. Preis
Jürgen Frauenfeld, Architekt
Michael Palm, Landschaftsarchitekt
aus dem Preisgerichtsprotokoll:

Konzeption
Die Gebietsentwicklung erfolgt in mehreren kleinen Einheiten, welche östlich des Nord-Süd-Grünzugs kleinräumig an den Bestand anschließen. Diese Konzeption zeigt sonst keine deutlichen inneren Ordnungsprinzipien. Auch die Gebäudestruktur in den Einheiten orientiert sich sehr stark am Bestand mit der Folge einer eher gleichförmigen Stadtgestalt.
Neben dem Grasiger Weg gibt es zwei weitere großflächige Ost-West-Grünzüge. Der südliche Grünzug greift das in Ansätzen bereits vorhandene Angebot auf. Die Notwendigkeit des nördlichen Grünzuges, der zu Lasten von Bauflächen geht, ist nicht erkennbar.

Programm
Die innere Ordnung der Wohn- und Gewerbegebiete zeigt zwar keine originellen Beiträge, läßt jedoch eine einfache Entwicklung zu. Gut ist der Versuch, dem Gebiet funktional eine Mitte zu geben. Sie ist jedoch räumlich unausgesprochen
Die Nutzung der KZ Außenstelle als Gründerzentrum ist kein Beitrag zur Würdigung dieses historischen Ortes.

Verkehr
Gute Vernetzung innen und nach außen ohne Durchfahrt über Grasiger Weg, der als Tram-Linie eine neue Bedeutung bekommt. Intensive Auseinandersetzung mit dem ruhenden Verkehr, der stellenweise erhebliche Dominanz im öffentlichen Raum bekommt. Die geforderten öffentlichen Stellplätze zur Erweiterung des Parkplatzangebotes für den Westfriedhof fehlen.

Freiräume
Die Arbeit baut mit Freiflächen eine Distanzzone zur B 17 auf, die jedoch stark lärmbeeinträchtigt ist. Das Freiraumsystem aus nord-süd- und ost-west-gerichteten Grünflächen integriert den Baumbestand und erfüllt die Nutzungsanforderungen der Quartiere. Die Idee "Landschaftsbrücke über die B 17" ist in diesem Kontext nicht angebracht. Trotz des hohen Grünanteils der Konzeption ist eine prägnante, zur neuen Identität des Quartiers beitragende, landschaftsarchitektonische Sprache nicht erkennbar.

Umwelt
Die Durchlüftung entsprechend der Hauptwindrichtung ist gegeben. Allerdings führen die Verschränkung, die Einengung im Norden und die Gebäude innerhalb des Grünzugs zu Einschränkungen. West-östliche Grünzüge fördern lokale Winde (Kaltluft). Die Durchgrünung ist thermisch positiv. Der Hofbereich im NO ist sehr eng. Die West-Ost-Verbindung zieht eventuell LKW-Verkehr und damit Schadstoffbelastung in Wohnbereiche. Der Sportplatz an der B 17 ist ungünstig. Höhere Gebäude an der B 17 sind vor Lärm zu schützen. Eine Abschirmung für Wohnen ist gegeben. Der Lärmschutz zur B 17 wird durch entsprechende Größe und Gestaltung eines Grünstreifens berücksichtigt.






Realisierbarkeit
Das Konzept läßt eine kleinteilige und bedarfsgerechte Entwicklung des Gebiets zu. Der Preis der großen Grünflächen geht wirtschaftlich zu Lasten des Bauflächenangebots. Die Wirtschaftlichkeit der Wohnbebauung ist aufgrund der Bevorzugung zu geringer Geschoßflächen zu gering

Bewertung
Die sehr am Bestand orientierte und eher konventionelle Gestalt der Gesamtanlage zeigt eine Lösung, die zwar keinen neuen Genius Loci schafft, aber eine gute und realistische Anpassung an die Entwicklung von Pfersee ermöglicht.









Stadtteilarbeitskreis "Sheridan Kaserne" am 20. Juli 01
Beiträge zum städtebaulichen Ideenwettbewerb

5.Preis Frauenfeld, Palm


Verkehr

Positiv: Verkehrskonzepte (Anschlüsse zu Alt-Pfersee)

Keine ausreichende Erschließung zu Alt-Pfersee

Arbeit hat in der Fröbelstraße die Haltestelle aus der Bm.-Bohl-Str. situiert – würde ermöglichen, den Park ums Schlössle nach Westen zu öffnen.


Grasiger Weg

Keine durchgängige Befahrbarkeit des Grasiger Weges mit negativen Folgen für das Umfeld.


Grün/Freiraum

Schön viel Grün, Qualität.

Grünflächen sind sehr großzügig, was Pfersee sehr gut vertragen kann.

Sehr gutes Grünkonzept.

Abstand zur Westtangente ist Platzverschwendung – keine sinnvolle Nutzung des Grünstreifens möglich.

Negativ: Aufgrund mehrerer Grünbereiche in ost-westlicher Richtung zu schmaler Grünbereich in Nord-Süd-Richtung.


Randausbildungen/Lärmschutz

Lärmschutz bei Sportanlagen (Nähe Casino) notwendig.
Parkmöglichkeiten müssen auch angeboten werden.


Wohnen/Arbeiten

Mir gefällt "Leben und Arbeiten im Grünen" sehr gut.


Soziale Infrastruktur

Schlecht erkennbar, in welchem Umfang Sport- und Freizeiteinrichtungen erhalten bleiben und was genau an diesen Anlagen angeboten werden soll!