städtebaulicher Ideenwettbewerb

engere Wahl
Stefan Schrammel, Architekt
Hans-Günter Kanderske, Landschaftsarchitekt
aus dem Preisgerichtsprotokoll:

Konzeption
Die Gliederung des Gebietes durch den Nord-Süd-Grünzug in einen westlichen Gewerbeteil mit Kompetenzzentrum und in einen östlichen Bereich mit ablesbaren, in sich in Streifen gegliederten Misch- und Wohngebietseinheiten ist brauchbar. Während die deutliche Ost-West-Trennung dem Ziel nach Urbanität wenig Rechnung trägt, ist die Idee der Verknüpfung in den Wohn/- Mischgebieten ein interessanter, allerdings auch konfliktreicher Beitrag. Der strukturelle Aufbau der Gebietseinheiten ist klar, richtig dimensioniert und mit dem umgebenden Bestand ausreichend vernetzt. Die abschließende fächerförmige Ergänzung des Stadtteils Pfersee mit den Wohn- und Mischgebieten und dem großen Stadtpark als Stadtrand ist gelungen.

Programm
Die Nutzungsmischungen und Grobgliederungen der östlichen Einheiten mit dem zum Park führenden Grünstreifen ist überzeugend; die Wohngebiete versprechen in sich Siedlungs- und Wohnqualität. Die Strukturen der Mischgebiete sind nachvollziehbar; die Mischgebiete zeigen jedoch zu hohe Dichte und Qualitätsverluste für die Nutzungen, vor allem für Wohnen - zu geringe Abstände der viergeschossigen Gebäude. Die unmittelbare Nachbarschaft so unterschiedlicher Strukturen und Dimensionen wird zu störenden Spannungen führen.
Das dominant situierte Kompetenzzentrum ist geometrisch stark vorgeprägt, die weiteren Gewerbegebiete sind nicht ausformuliert und damit einer tieferen Bewertung entzogen, außerdem eher übererschlossen.
Die Aussagen zum Lärmschutz an der B 17 sind spärlich- auch neue Gewerbegebiete mit hoher Arbeitsplatzdichte sind lärmschutzwürdig. Die ermittelte Bruttogeschoßfläche liegt exakt im Durchschnitt der Wettbewerbsarbeiten. Die notwendigen mikroklimatischen Ziele sind berücksichtigt. Nur der Riegel an der Stadtberger Straße bewirkt Luftstau.

Gestaltung
Die Struktur schafft gut proportionierte Großräume und damit Voraussetzungen für gestaltbare Einzelräume. Vernetzung und Orientierbarkeit sind passend. Der Grundmaßstab ist dem zu ergänzenden Pfersee angemessen.
Die Auseinandersetzung mit der vorhandenen Bausubstanz und der Kasernenstruktur ist erkennbar. Neben Kommandantur, Kasino und Kindergarten werden 5 Gebäude (Gründerzentrum) erhalten. Die erhaltungswürdige Kapelle fehlt. Interessant ist der Vorschlag, eine "Außenstelle Stadtmuseum" am Siedlungseingang zu schaffen um die historischen Tatbestände (KZ-Außenstelle) zu würdigen.

Freiraum
Das Freiraumkonzept eines gleichwertigen Netzes von nord-süd- und ost-west-gerichteten Aussenräumen ist tragfähig. Die südlichste Querzone zeigt einen sehr guten Umgang mit dem Baumbestand und hat das Potential für die ausgewiesene Aktivitätszone, würde aber durchaus mehr Raum und Größe vertragen. Die angebotene Lage von Kinderspiel ist am Rande des Gewerbeparks nicht akzeptabel.





Verkehr
Die Vernetzung nach außen ( B17 und Pfersee) ist gut. Der Anschluß nach außen mit zwei Kreisverkehren ist klar und einfach für alle Verkehrsteilnehmer. Die Straßenbahn im Eingangsbereich zum Gebiet, bei Außenstelle Stadtmuseum am Grasigen Weg unterstützt für den Bereich die neue städtebauliche Bedeutung. Die Haltestelle an der Stadtberger Str. liegt ungünstig und erschließt nur einseitig. Aussagen zum ruhenden Verkehr sind spärlich.

Wirtschaftlichkeit Wohnbebauung
Die Aufgabenstellung ist hinsichtlich der Wohnbauflächen nicht ausgeschöpft. Die Randgebiete ergeben zudem zu große Wohnbaufelder für die Verwertung (knappe Wirtschaftlichkeit). Die Realisierbarkeit in Abschnitten ist vorstellbar. Die Akzeptanz dieses Entwurfes wird durch seine Normalität erleichtert.