städtebaulicher Ideenwettbewerb

2. Preis
Gordan Dubokovic, Architekt
Heike Henrich, Landschaftsarchitektin
aus dem Preisgerichtsprotokoll:

Die Verfasser setzen sich intensiv und eigenständig mit der Aufgabenstellung auseinander und entwickeln sowohl in räumlicher, wie auch strategischer Hinsicht ein interessantes, starkes Konzept, das in Plänen und Modell abstrakt dargestellt wird. Bei näherer Beschäftigung mit dem Entwurf wird deutlich, daß sich die Verfasser sehr gründlich und auch pragmatisch auf die örtlichen Gegebenheiten einlassen.

Durch Überlagerung und Verschneidung der vorhandenen, durch polygonale Richtungswechsel gekennzeichnete Ost-West-Grünzüge mit einem konsequent orthogonal ausgerichteten Ordnungssystem entsteht ein "robustes Grüngewebe" für unterschiedlich zu nutzende und zu gestaltende Freiräume und Baufelder, in denen im Osten folgerichtig Wohn- und Mischnutzung, im Westen Misch- und Gewerbefunktionen ihre Priorität haben.

Rückgrat dieses Raumsystems ist ein durchgehender, nord-süd-ausgerichteter Grünzug, der in seiner Funktion als Bürgerpark nachvollziehbar ist, und in dem vorhandene Gebäude, z.B. die Kapelle wie selbstverständlich integriert und mit ihren öffentlichen Nutzungen zu identitätsstiftenden Elementen des öffentlichen Raums werden. Im Westen erhalten die Gewerbefelder durch vier hohe Baukörper einen räumlichen Rahmen, und zur B 17 adressen- und imagegebende Merkzeichen.

In dem aufgezeigten und abstrakt dargestellten Raumsystem kommen die Bebauungs- und Vegetationstypologien nicht über schematische Andeutungen und Chiffren hinaus. Die Aussagen zur Umsetzung können nur konzeptionell, als gestalterische Absichtserklärung gelesen werden. Das ist sicherlich ein Defizit des Entwurfs. Andererseits ist festzustellen, daß das Konzept trotz oder wegen seiner starken strukturellen Prinzipien auch ein hohes Maß an Veränderbarkeit aufweist. Entsprechend ist auch das Erschließungssystem flexibel. Mit seinen breiten Baumalleen und schmalen Anliegerstraßen ist es hierarchisch organisiert, hat allerdings in einigen Punkten keine günstigen Anschlüsse an das übergeordnete Strassennetz. Auch die konzeptionell richtige Lage der ÖPNV-Linien löst die Anschlüsse zu den Nachbargebieten, insbesondere zum Westfriedhof, nur unzureichend.

Der Entwurf läßt sich durch seinen Bezug auf bestehende Feldstrukturen, Berücksichtigung von Vegetationsbestand, sowie topographisch-morphologische Strukturen in Abschnitten realisieren, ohne fragmenthaft zu wirken. Wirtschaftlich liegt er unter dem Mittelwert, hat aber aufgrund seiner Variabilität Reserven für eine Verdichtung.

Wenn auch in einigen Punkten ein Nachverbesserungs- und Präzisierungsbedarf besteht, zeichnet sich der Beitrag durch sein stabiles System von Schwerpunktverteilungen, Freiräumen und Baufeldern aus, in dem heute noch nicht absehbare oder zwingend festzulegende Funktionen, sowie Bau- und Nutzungstypologien zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden können. Es ist ein strenges weitsichtiges Konzept, das aufgrund seiner flexiblen Handhabung und Interpretationsfähigkeit den Forderungen eines nachhaltigen Städtebaus und damit dem Kern der Aufgabenstellung gerecht wird.





....


Stadtteilarbeitskreis "Sheridan Kaserne" am 20. Juli 01
Beiträge zum städtebaulichen Ideenwettbewerb

2.Preis Dubokovic, Henrich


Gesamtentwurf

Diese astrakte Arbeit ergibt eine stark gerasterte Fläche und wirkt sehr sachlich – Gefahr Uni-Viertel – Neu-Perlach.

Anbindung an Pfersee?


Verkehr

Straße parallel zum Grünzug problematisch.

Autos sind überall.

Radler eher benachteiligt (der Stärkere wird sich durchsetzen).

Zu viele Straßen (Querstraßen Ost-West).

Zu viele Straßen, erinnert etwas an die USA durch die Netzstruktur.

Die Raster 1-5 sollten nicht von Straßen durchzogen werden. Dadurch
Erholungseffekt = 0
Lediglich Grasiger Weg jedoch nicht für PKW

Eine Ost-West-Verbindung führt zum Schleichverkehr in Richtung City.

Querverbindungen zerschneiden Nord-Süd-Achse/Grünfläche.


Erschließung

Positiv: Zeitversetzte Erschließung

Offene Erschließung ohne Sperrung des Grasiger Weges.

Völlige Übererschließung, die den Umweltverbund benachteiligt (Radler, ÖPNV ohne Trasse)


Grasiger Weg

Grasiger Weg wird fast zwangsläufig zur Hauptdurchgangsstraße.

Negativ: Grasiger Weg ist viel zu offen (Durchgangsverkehr!). Schleichweg von Stadtbergen und dem Estrand in die Stadt!

Erschließung des Gewerbegebiete zur B 17 separat zum Wohngebiet, das über die Stadtberger Str./Bm.-Bohl-Str. erschlossen werden sollte

Grün/Freiraum

Grünzug ständig unterbrochen – Aufenthaltsqualität?

Anschluß an Grünfläche beim Schlössle fehlt.

Grünzüge sind durch Erschließung völlig zerhackt.

Nord-Süd-Grünachse sollte nicht durch den IV (Individualverkehr) zerschnitten werden, keine Ruhezone

Negativ: Grünfläche endet im Norden zu weit westlich.


Randausbildungen/Lärmschutz B 17

Ausbildung der Grenzen?

Positiv: Ortsrandgestaltung im Norden (Nordwesten) zu Stadtbergen läßt viele gute Möglichkeiten

Guter Lärmschutz zu B 17.


Historische Gebäude

Positiv: Erhalt der KZ-Halle

Wie geht die "Phasenerschließung mit den historischen Bauten um?


Wohnbebauung

Mehrstöckige Gebäude bergen sozialen Sprengstoff.


Soziale Infrastruktur

Warum Sportstätten in der letzten Phase?

Seniorentreff neben Jugendtreff – kann nicht gutgehen. Generationensprengstoff