Im Vorfeld der Planungswerkstatt wurden 3 Jugendtreffs und eine 4. Klasse der Grundschule Kriegshaber besucht. Ihnen wurde die Aufgabenstellung erläutert und „Forschungsaufträge“ vergeben: In Kleingruppen sollten die wichtigsten Wege im Stadtteil dargestellt, sowie jeweils ein frei gewählter Ort und dessen Aufenthaltsqualität untersucht werden.An der Planungswerkstatt am 15.5. nahmen ca. 20 Kinder/ Jugendliche der o.g. Einrichtungen teil. Das Altersspektrum reichte von 10 bis 16 Jahren.
Aufgabe der Arbeitsgruppe Jugend / Kinder war die Bestandserfassung und Bewertung aus ihrer Sicht, sowie die Erfassung grober Trends im Freizeitverhalten.
Aufgrund der langen Realisierungszeiträume und der sich kontinuierlich wandelnden Nutzungsanforderungen von Kindern / Jugendlichen waren konkrete Planungs überlegungen nicht sinnvoll.


Zahlreiche
Arbeitsblätter zu den Wegen und Orten wurden von den Gruppenleitern und Lehrern übergeben und durch UW nachrichtlich ausgewertet.

Fragen:

Was ist die Sheridan-Kaserne/ Reese- Kaserne?

Zu den Kasernengeländen besteht wenig Bezug und kaum Wissen.
Sie haben für das derzeitige Freizeitverhalten der Anwesenden kaum Bedeutung.
Die früheren Angebote wurden genutzt und positiv erlebt (Rollodrom, Sportplätze, Turnhalle, ...). Einige noch bestehende Angebote sind von der Schließung bedroht (Baseballplatz, Reese). Eine Erhaltung bzw. Wiedereröffnung wird gewünscht.
Die Flächen der Reese sind zum Skaten beliebt.
Jüngere Kinder dürfen wegen Bedenken der Eltern teilweise nicht über das Reese-Gelände gehen.Was würdet ihr euch auf den Kasernegeländen wünschen?

Spontane Wünsche und Visionen:
- Größere Asphaltflächen (Hockey,Skaterbahn)
- Frühere Infrastruktur wiederherstellen, öffnen
- See zum schwimmen (kostenlos), angeln, ...
- Infrastruktur: Eisdiele, Gocartbahn,
- Schule für den neuen Stadtteil
- Fußball für Mädchen
- Tore
- Football,
- Baseball (Augsburg Ravers, Reese)
- Volleyball
- Treffpunkte, Unterstand, Hütte
- Alltagsangebote für Jugendliche statt kommerzieller Jugendkultur (Kulturpark West)
- Tiere, Reitmöglichkeit in Wohnortnähe
- längere Öffnungszeiten der Jugendzentren

Was ist euch am wichtigsten?
Priorität bei einer zukünftigen Nutzung der Gelände für die Teilnehmenden
1. Treffen (informell)
2. Ballspiel
3. Wasser


Stellt einen für euch wichtigen Ort im Stadtteil dar
(positiv oder negativ, evtl. der untersuchte Ort)!

Die Collagen der Kinder und Jugendlichen drücken sehr konkrete Nutzungsvorstellungen aus und decken sich mit den anfangs abgefragten spontanen Wünschen bzw. Prioritäten:

1. Treffen
Als Ergänzung zu den Angeboten der gut angenommenen Jugendzentren schlagen die Jugendlichen überdachte Treffpunkte im öffentlichen Raum bzw. gruppenspezifische (abschließbare) Hütten vor.

öffentliche Treffs
wettergeschützter, öffentlicher Treffpunkt
- Lage nahe der Wohnbebauung/ zwischen Zeilen (wegen langem Heimweg am Abend, insbes. Mädchen)
bzw. an Orten ohne Lärmbelästigung für Anwohner
- mit räumlichem Bezug zum Jugendspielplatz,
- zusätzliche Nutzungsangebote: Tischtennis, Schach (Mädchen)
- räumlicher Bezug zum JuZe

abschließbare Hütte
- mit Elektrizität,
- mit Musik
- Mobiliar
- Problem: Zugehörigkeit, („alle dürfen rein“), Ordnung („wir machen sauber“)

Jugendzentren
- längere Öffnungszeiten
- Biergarten und Grillplatz am Jugendzentrum
- Jugend-Disco mit erf. Technik ,
- da Jugendzentren zu klein (Gruppengröße: mind. 30 Leute)
- kommerzielle Discos keine Alternative, Probleme mit anderen Gruppen
- Feuerstelle mit Unterstand

2. Jugendspielplatz
- ab 12 Jahre mit Zugangsbeschränkung für Jüngere (Störung durch Jüngere, Gefahr für Jüngere)
- Fußballplatz für Mädchen mit Toren
- Platz für Brakedance, Tanz, räumlich gefasst
- räumlich abgeschiedene Lage, Vermeidung von Kontrolle, Konflikten (Lärm)
- Skateplatz
- Basketballplatz mit Sitzplätzen für Zuschauer
- Treffpunkt mit großem Dach (Witterungsschutz, s.oben)
- räumlicher Bezug zu Jugend-Zentren
- Lage in der Grünfläche

3. Ballspiel
Es gibt offensichtlich eine Augsburger Tradition „amerikanischer“ Ballspiele, wie Football, Baseball. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Angeboten und Vereinen. Eine ausgesprochene große Nachfrage nach (eigenen?) Ballspielflächen kam von den Mädchen.
- Basketballplatz, geöffnet bis 22:00, mit Beleuchtung für Abendspiel(Zeitschaltuhr)
- spezielle Sportflächen für Mädchen: Basketball und Fußball
- Fußballplätze:
- hoher Nutzungsdruck auf bestehende Fußballplätze durch Vereinssport
- Ausweichmöglichkeit für nichtorganisierten Fußball auf entferntere Plätze möglich
- Volleyballfeld mit Sitzplatz
- Baseballplatz mit Netz, Markierungen etc.

4. Wasser
Das Element Wasser hatte in der konkreten Phase keine Bedeutung mehr.

5. Natur
In allen Collagen kommt das Element Natur (Bäume, Grünflächen) vor, wenngleich es von den Jugendlichen nicht thematisiert wird.

6. Geld
Es besteht ein ausgeprägts Bewusstsein für Kosten und die Finanzierungsproblematik von Freizeiteinrichtungen und Akrtivitäten.
Aufgrund der eigenen wirtschaftlichen Lage wünschen die Jugendlichen kostenlose Freizeitangebot.

Wege im Stadtteil
Eintragung in Plan: Weg zur Schule, zum Sport/ Freizeit, zum Einkaufen, Lieblingswege/ Geheimwege

Orte
Beurteilung der Wohngebiete im Westen der Reese-Kaserne durch Jugendliche des „Madison Treff“:
- Ruhige Lage (positiv) aber langweilig, Bebauung eintönig
- Orte mit mehr Verkehr, Läden sind interessanter, aber zum Wohnen wegen Verkehr ungeeignet
- Freiflächenmangel in Einfamilienhausgebieten, keine Nutzungsangebote und Möglichkeiten für Jugendliche, keineNutuzungs-Ideen, werden als planlos wahrgenommen
- Wenig Menschen unterwegs, überwiegend Ältere
- Fehlende Infrastruktur in Wohngebieten
- Teilweise zu dicht bebaut
- größere Freiflächen werden positiv bewertet, Nutzungsideen werden geäußert
- von Menschen belebte Orte sind attraktiv
- Ruhe und Grün, gute Luft : positiv



Wege im Statdtteil


Es wurden folgende Fragen an Jugendgruppen und eine 4.Schulklasse gestellt:
- Zeichne deine Wege durch den Stadtteil!
(farbige Linien in Stadtplan)

- Mein Weg von zur Schule?
rot
- Meine Wege zum Sport, Freizeit, Spiel, Eisdiele, ...? blau
- Mein Weg zum Einkaufen? grün
- Meine Lieblingswege, Geheimwege, Abkürzungen? orange


UW / J. Weber-Ebnet. 19.05.2004

Planungswerkstatt
Freiraumentwicklung und Grünvernetzung
von der Sheridan-Kaserne bis zur Reese-Kaserne

am Samstag 15. Mai 2004
im Thaddäus-Zentrum, Madisonstraße 12

Die Ergebnisse
Arbeitsgruppe der Kinder und Jugendlichen