Protokoll Stadtteilarbeitskreis vom 10.Juli 2002, 20 Uhr

Ort: Bürgerhaus Pfersee, Stadtbergerstr. 17

Moderation: Urbanes Wohnen e.V. München, Frau Skok

Anwesend:
- ca. 25 TeilnehmerInnen mit Vertretern von Parteien, Vereinen, Pferseer Geschäftsleute, Bürgeraktion Pfersee, Agenda 21 und Anwohner der benachbarten Stadtteile
- Stadt Augsburg: Ref. 6 -Herr Dr. Demharter, Herr Illner, Frau Steude, Herr Sterz,
- Tiefbauamt Herr Weber
- Herr Stadler Referat Oberbürgermeister
- Stadträte: Frau Kamm, Frau Haaser-Schwalm
- AGS: Herr Deutschmann
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Begrüßung und Vorstellungsrunde


1. Bericht zum Sachstand – Frau Steude

Anhand einer Folie erläutert Frau Steude die Aufgaben und das weitere Vorgehen zur Sheridan-Kaserne im Jahr 2002:



Vorbereitung der Planungsphase:
- Zusammenfassung der eingegangenen Anregungen und Vorstellungen der Bürger,
städtischen Dienststellen und Träger öffentlicher Belange

- Feststellen des Überarbeitungsbedarfes

- Beauftragung der Rahmenplanung

- Erarbeitung eines Marketingkonzeptes für die Gewerbeflächen

- Beauftragung einer Verkehrsuntersuchung, insbesondere zur Bewertung Grasiger Weg

- Beauftragung einer Flächenbewertung (Versiegelungsgrad, Qualität der vorhandenen
Grünflächen für spätere UVP)

- Erstellen eines Verkehrswertgutachtens zum Einstieg in die Verkaufsverhandlungen mit
dem Bund



Planungsphase:

- Überarbeitung der Wettbewerbsarbeit in Varianten, Diskussion der Varianten im Stadtteilar-beitskreis und im Stadtrat und Festlegung für die weitere Rahmenplanung

- Aufstellung des Rahmenplans

- Parallel Verfahren zur Flächennutzungsplanänderung




Informationen zum derzeitigen Sachstand:

Die Verträge zur Weiterbearbeitung sind noch nicht vergeben, da die Zustimmung der Regierung von Schwaben abgewartet werden muß, ansonsten wäre die Förderung gefährdet. Dies ist aber die nächsten 14 Tage zu erwarten.

Derzeit wird geprüft, ob der Bund die Abbruchmaßnahmen selbst durchführen kann. Deshalb möchte er wissen, welche Gebäude unabdingbar stehen bleiben sollen.
Lt. Wettbewerbsentwurf bleiben erhalten das Kasino, Kirche , Kindergarten, 101-103 Kreiswehrersatzamt, 116 Kfz-Halle und weitere ca. 10 Unterkunftsgebäude. Das Planungsamt tendiert dazu, den vorgeschlagenen Abbruchmaßnahmen durch den Bund zuzustimmen. Im Falle einer Übernahme des Bestandes durch die Stadt veranschlagt der Bund einen Restwert für die Gebäude, was die Kosten erhöhen würde. Auch können der Bestand die Vermarktung erschweren (Altlasten, Wohngifte). Der Zeitplan des Bundes sieht vor, die Abbruchmaßnahmen im Jahr 2002 lediglich vorzubereiten.

Frau Jäger von UW erinnerte im Anschluß nochmals an die Empfehlungen der Planungswerkstatt 2000 und erläuterte die Ergebnisse, in Bezug auf den Erhalt von Gebäuden, Nutzungsinteressen und historisch bedeutsame Orte. In dem Wettbewerbsentwurf des 1. Preises sind sämtliche Empfehlungen zum Erhalt von Gebäuden aufgegriffen.


2. Diskussionsbeiträge, Erläuterungen und Empfehlungen des AK:

Die Beiträge und Erläuterungen bezogen sich insbesondere auf die unterschiedlichen Interessen und wirtschaftlichen Grundsätze zum Abbruch oder Erhalt von Gebäuden:

In die Überlegungen sollten die Erfahrungen anderer Städte zur Umnutzung von Unterkunftsgebäuden einbezogen werden (z.B. Tübingen, Kaiserslautern), bevor ein Abbruch endgültig beschlossen wird.

Grundlegendes Thema für die Stadt ist der Bodenwert – die Stadt müßte bei Erwerb den Bodenwert und Gebäudewert finanzieren. Die Erfahrung ist aber, daß diese Gebäude schwer zu vermarkten sind bzw. die Sanierung sehr aufwendig ist (z.B. Erfahrungen mit Altlasten bei Kindergartensanierung). Der Erwerb des Geländes in Teilen oder als Ganzes ist abhängig von der Marketingstudie und dem Verkehrswert des Geländes.

Der Bund prüft, ob er den Abbruch selbst vornimmt und welche Gebäude erhaltenswert sind.

Der AK als Diskussionsforum würde gerne die Planer des 1. Preises bitten, ihre Überlegungen bezüglich des Erhalts von mehr als in der Ausschreibung genannten Gebäude zu erläutern. Der Erhalt einzelner Ensembles (Gehöftstruktur) beim 1. Preis wird gelobt. Allerdings muss bei der Weiterbearbeitung beachtet werden, dass diese im zukünftigen Gewerbegebiet liegen.

Ein Vorschlag geht dahin, ein Pilotprojekt Altlastenuntersuchung an einem Gebäude durchzuführen, um das Ausmaß der Belastung prognostizieren und in die Abrißentscheidung mit einbeziehen zu können. Ein anderer Vorschlag zielt auf Erhalt und Nutzung der Sporthalle Gym 1. Zur weiteren Beurteilung sollte in jedem Fall die Marketingstudie abgewartet werden.

Es wird empfohlen, eine Entscheidung über den Abriss erst nach Durchführung und Auswertung der Marktanalyse zu fällen. Die Marketingstudie sollte auch Ergbnisse dazu bringen, inwieweit im Gewerbegebiet einzelne Gebäude nachgefragt werden.

Es wird weiter empfohlen, die Marktanalyse komprimiert für den AK zusammenzufassen. Hierfür würde sich ein Mitglied des AK anbieten.

Das Stadtplanungsamt wird gebeten, eine Information über die inhaltliche und zeitliche Abfolge der nächsten Planungsschritte zur Verfügung zu stellen.


3. Information über die Planung eines workshops "Geschichte der Kasernen"

Im Rahmen der Vorbereitung zur Ausstellung "Garnison und Konversion" waren verschiedene Interessengruppen mit unterschiedlichen Zielrichtungen involviert. Die Frage stellt sich nun, wie geht man mit diesem Wissen und den Wünschen dieser Gruppen um? Die Überlegung des Stadtplanungsamtes zur Durchführung eines Geschichtsworkshops (Herbst 2002) wird daher allgemein vom AK begrüßt. Die Ausstellung ist noch bis zum 11. August im Architekturmuseum zu sehen. Seitens des Stadtplanungsamtes gibt es die Bestrebung, die Ausstellung nochmals an anderen Orten (z.B. Abraxas, Uni, etc.) zu zeigen. Am 11. Juli, 18 Uhr findet eine Ortsbegehung der Geschichtswerkstatt statt.


4. Information zur Bewerbung Bundesgartenschau

Die Landesgartenschau für die Jahre 2010 und 2012 wurde bereits vergeben. Eine Bewerbung durch die Stadt Augsburg ist frühestens für das Jahr 2014 möglich. Die Vergabeentscheidung fällt im Jahr 2005.

Der nächst mögliche Termin für die BUGA (Bundesgartenschau) ist das Jahr 2019. Überlegungen beziehen sich auf die Option Wettbewerb für einen Landschaftspark oder Bewerbung Bundesgartenschau bzw. inwieweit die Option BUGA in den Wettbewerb aufgenommen werden kann.

Die Kosten einer Bundesgartenschau werden nur zum Teil von Land und Bund bezuschusst, der Rest muß über Steuervorteile und Besuchereinnahmen finanziert werden. Die Gemeinde kann hier je nach Besucherstärke finanziell ein plus oder minus erzielen.

Die Parkanlage auf dem Gelände Sheridan wird in jedem Fall angelegt, durch eine LAG oder BUGA könnte sie jedoch höherwertiger gestaltet werden.


5. Sonstiges

- Anfrage nach aktualisiertem Zeitplan – Hintergrund ist die Anfrage eines Investors für Gewerbe bei Bürgeraktion Pfersee (Frau Hopp-Köhler):
Der Zeitplan wird in Absprache zwischen Stadt und Planern festgelegt; die Planer können nach Beauftragung mit der Weiterbearbeitung beginnen; die Verkehrsuntersuchung mit Varianten (Grasiger Weg) wird im AK diskutiert werden; frühestens zu Jahresbeginn 2003 kann mit dem B-Plan begonnen werden; die Erschließung dauert ca. 1 Jahr, so daß frühestens in 2-5 Jahren mit einer ersten Fertigstellung gerechnet werden kann.

- Mit Planen bedeckte Erdhaufen auf dem Gelände ? – Dies sind Baustellen des Tiefbauamtes zur Zwischenlagerung von Altlasten aus anderen Untersuchungsgebieten

- Hinweis auf Informationsveranstaltung zum Bauleitplanverfahren Nr. 204
"Augsburger Straße" und zum Projektbeschluss "Neugestaltung der Augsburger Straße"
im Saal der Gaststätte "Zur alten Weberei", Kirchbergstr.21, Augsburg
am 22. Juli 2002, 19.00 Uhr





Protokoll: 27.07.02
UW/Helga Jäger