Protokoll Stadtteilarbeitskreis vom 18. März 2002, 19.30 Uhr

Ort: Pfarrheim Herz-Jesu, Franz-Kobinger-Str. 10

Moderation: Urbanes Wohnen e.V. München, Frau Skok

Anwesend: ca. 70 TeilnehmerInnen

Gäste: Stadt Augsburg - Herr Dr. Demharter, Herr Illner,
Frau Steude, Frau Utz, Herr Ohrem, Herr Weber, Herr Mayroser,
Herr Liepert, Herr Reinfuss,
Stadtrat: Herr Linse
Vertreter des Planungsbüro Datz, Mainz (1. Preis)
AGS: Herr Deutschmann

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Begrüßung und Vorstellungsrunde


Beauftragung des Rahmenplans "Sheridan Kaserne"

Herr Illner erläutert den Anwesenden kurz den Umgriff des Geländes und das Ergebnis des städtebaulichen Ideenwettbewerbs.
Zum 1. Preis, der nun für eine Weiterbearbeitung beauftragt werden soll, wurden Stellungnahmen von den städtischen
Referaten und den Trägern öffentlicher Belange eingeholt, die nun vorliegen und von Herrn Illner vorgetragen wurden.

Stichpunkte zu den Anregungen und Bedenken der Referate und Träger öffentlicher Belange:

Städtische Dienststellen:

Referat 2 Bei Einplanung eines Bachlaufs ist ein wasserrechtl. Verfahren notwendig; Entnahme von Wasser aus der Wertach wird kritisch gesehen
Referat 5 Bedarf nach Depotflächen für Stadtarchäologie, Textilmuseum, Theater sowie nach einem anderen Standort für das Stadtarchiv
Referat 7 ÖPNV-Anschluß für KiGA und schulvorbereitenden Einrichtungen ist wünschenswert

Berücksichtigung der Forderungen aus dem Jugendhilfeplan

Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Allgemeine Hinweise zu Fahrbahnbreiten, -belastungen, Widmung und Wertstoffsammlung
Amt für Brand- und Katastrophenschutz Allgemeine Forderungen des Brandschutzes

Rad-und Fußwege im Grüngürtel als Rettungswege vorsehen

Bei schrittweiser Erschließung muss auch Brandschutz wieder sichergestellt werden

Für Kindergarten ist eine Feuerwehrumfahrt einzuplanen

Amt für Grünordnung und Naturschutz Erhalt der Ost-West-Grünfläche wenigstens bis zur Realisierung der Nord-Süd-Grünachse

Trennung der Sportflächen vom Seminarbereich (Casino), Unterbringung in den Grabelandbereich, stattdessen Grabeland auf Flächen der Reese-Kaserne einplanen

Absenkung der B 17 prüfen

Differenzierter Baumschutz (Erhalt von Bäumen nur dort, wo langfristige Sicherung möglich)

Geplanten Bachlauf unter Einbeziehung alter Strukturen (Schlaugraben u.ä. ) sowie neuer Anforderungen (Einspeisung von Oberflächenwasser) wiederbeleben, kein künstlichem Zulauf

AfG+N, Kleingartenplanung Wunsch nach Berücksichtigung von Grabeland und Kleingärten, jedoch bisherige Lage entlang B 17 nicht geeignet
Amt für Verbraucherschutz und Marktwesen Berücksichtigung eines Ersatzstandortes für die evtl. Verlagerung des Festplatzes am Plärrer
Amt für Wohnungswesen Zwar liegt derzeit in Augsburg Versorgungsquote mit Wohnungen bei 105 %, jedoch sollte verstärkte Nachfrage bei Mietwohnungen berücksichtigt werden
Liegenschaftsamt Keine Einwendungen
Sport- und Bäderamt Ausweisung einer zusammenhängenden Sportfläche für Vereinsport mit mind. 20-22.000 m_ in ausreichender Entfernung zu geplanten Wohnbereichen außer auch zum "Seminarhaus" Vorschlag: zw. Gewerbegebiet und B 17 oder im Mischgebiet nördlich des Grasigen Weges

Grünzug als Sportpark wird befürwortet (Integration von Trendsportbereichen)

Umweltamt — Abfallrecht/Altlasten Berücksichtigung der Altlastenverdachtsflächen
Umweltamt — Untere Wasserrechtsbehörde Sofern Bachlauf geplant wird, ist ein Wasserrechtsverfahren notwendig, evtl. sogar UVP

Träger öffentlicher Belange

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Bodendenkmalpflege: keine Einwände gegen die Planung
Bischöfliche Finanzkammer Keine Anregungen oder Bedenken
Deutsche Telekom Allgemeine Hinweise
Forstverwaltung Schaffung eine Nahwärmeversorgung auf der Basis von Biomasse
Handwerkskammer Keine Ausweisung von großflächigem Einzelhandel in den Gewerbeflächen erwünscht
IHK Anregungen zur Verkehrserschließung:

Direkte Anbindung des Nestackerweges an die B 17

Höhenfreier Ausbau der Anschlußstelle Leitershofer Straße

Schaffung einer Ost-West-Durchfahrung für den KFZ-Verkehr

Zusätzliches Buskonzept zur Erschließung des Südteils gewünscht

Berücksichtigung des ruhenden Verkehrs, hierbei auch für LKWs (Ladezonen, Zufahrtsrouten

Ansonsten große Zustimmung zur Planung

Markt Stadtbergen Konzept wird begrüßt, insbesondere Nachbarschaft des Mischgebietes zu Stadtbergen, jedoch Gliederung des Mischgebietes erwünscht, Keine Erschließung vom Nestackerweg aus

Der Grasige Weg sollte eingeschränkt geöffnet werden

Vernetzung der Grünstrukturen mit Stadtbergen wird begrüßt

Fortführung des Unterhaltsweges entlang der B 17 als Radweg wird nochmals angeregt

Erweiterungsfläche für den Parkplatz Friedhof wird als sinnvoll erachtet

Die GFZ im geplanten Wohngebiet wird als zu hoch erachtet

Oberfinanzdirektion München Wunsch nach Erhalt möglichst vieler Gebäude und Außenanlagen (v.a. Straßennetz, Baumbestand)

Bei sukzessiver Entwicklung muss die Stadt oder AGS vorab die Verkehrssicherung und die Bewirtschaftung der Gesamtliegenschaft übernehmen

Regierung von Schwaben Anteil an Mischbauflächen wird als zu hoch erachtet,

Innerhalb des Mischgebietes sollte kleinräumige Nutzungsdifferenzierung mit sinnvoller Zuordnung erfolgen

Dem Erscheinungsbild der Baugebietsränder und Quartiersränder sollte besondere Beachtung zukommen

Weitere Auslobung von Architektenwettbewerben wird empfohlen

Stadtwerke Strom Kabelverlegung für elektrische Energie erforderlich, Berücksichtigung von Standorten für Trafostationen

Allgemeine Hinweise

Stadtwerke- Energie Es sind alle Entwicklungsstrategien möglich, da von zwei Seiten eingespeist wird

Erhalt der Fernwärmeschächte vor Gebäude 145 und 153/154

Vermeidung von Umverlegungen durch geringe Verschiebungen von neu geplanten Gebäuden

Bei Einplanung des Wasserlaufs Berücksichtigung der Fernwärmeleitungen

Versorgung des Gebietes mit Fernwärme als Heizenergie geplant

Mit diesem Entwurf wären 2/3 des Fernwärmenetzes zu erhalten

Vorhandene Dienstbarkeiten und Gestattungsvertrag sind zu beachten

Stadtwerke — Wasser Das Wasserleitungsnetz ist komplett erneuerungsbedürftig
Stadtwerke — Verkehrs GmbH Straßenbahnerschließung noch nicht im GVP enthalten

Trasse für Straßenbahn sollte freigehalten werden, jedoch Kurvenradien sind zu überarbeiten

Kreisverkehr im Norden (Querung mit Straßenbahn signaltechnisch kaum lösbar)) ist zu überarbeiten

Straßenbauamt Augsburg Berücksichtigung eines neuen Standortes für eine Straßenmeisterei (15.000 m_)
Wasserwirtschaftsamt Donauwörth Einplanung von Wasserflächen zur Förderung der Verdunstung

Berücksichtigung der Altlasten bei der Planung und beim Bau

Wehrbereichsverwaltung Süd Außenstelle München Fristverlängerung

Vorgehen für die weitere Planung Sheridan Kaserne 2002:

  • Beauftragung Verkehrsplanung, insbesondere zur Bewertung des Grasiger Weges
  • Beauftragung einer Umweltverträglichkeitsstudie
  • Erstellung eines Verkehrswertgutachtens zum Einstieg in die Verkaufsverhandlungen mit dem Bund
    (Verhandlungspartner mit dem Bund ist der Entwicklungsträger)
  • Die Planungsphase bis Ende 2002 beinhaltet die Überarbeitung des Wettbewerbsergebnis in Varianten und die Diskussion der Vorlagen im Stadtteilarbeitskreis.

    Fragen, Diskussionsbeiträge und Erläuterungen zum Verfahren:

    Die Fragen bezogen sich insbesondere auf Standortwünsche (Johanniter Unfallhilfe), auf die Gesamtkosten der Planung, Altlasten, Landesgartenschau, Westfriedhofparkplatz, Gesamtkonzept der Konversionsflächen, Nutzungskonzepte, Planungs- und Entscheidungsschritte sowie zu den Zeiträumen der Verfügbarkeit der Grundstücke und deren Preise:

    Möglichkeiten der Unterbringung von Interessenten und Standortwünsche von Investoren werden aufgenommen. Zu den Gesamtkosten der Planung wird eine Kosten- und Finanzierungsübersicht erstellt. Hierzu ist der Entwicklungsträger beauftragt. Sie soll ca. Ende des Jahres vorliegen.

    Zur Bewerbung Landesgartenschau 2010 gibt es ein Faltblatt. Zwischenzeitlich ist leider eine Absage erfolgt.

    Ein Konzept zur Erweiterung des Westfriedhofparkplatzes muß erarbeitet werden. Schrittweises Vorgehen zur Tieferlegung B 17 und Ost-West-Grünzüge. Die Kosten für Altlasten werden von Bund und Stadt getragen. Der Erwerb von Flächen durch die Stadt Augsburg erfolgt frühestens 2003 (u.a. in Abhängigkeit einer zügigen Weiterbearbeitung des Entwurfs). Dann könne Planungsreife und Bebauungsplan vorliegen. Der Verkauf der Grundstücke an Bauwillige erfolgt über den Entwicklungsträger als Vermittler und Treuhänder.





    Informationen zu:
    - Bebauungsplan Augsburger Straße
    (behindertengerechter Haltenstellenausbau und Gleiserneuerung der Straßenbahnlinie in Pfersee)
    - Sanierungsgebiet "Augsburger Straße"

    Der Bebauungsplan Augsburger Straße schafft Baurecht zur Umsetzung der Gleisbauarbeiten, jedoch nicht die baulichen Details. Die Überprüfung geschieht über die Entwurfsplanung. Das Verfahren dauert ca. 1 Jahr bevor eine bauliche Umsetzung erfolgen kann. Im Folgenden stellt Herr Illner die Planungen "Augsburger Straße" vor.

    Die Auslegung zur frühzeitigen Beteiligung zum Bebauungsplan findet voraussichtlich Ende April — Anfang Mai 2002 statt. Die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung ist geplant.

    Die anschließenden Fragen der Bürgerinnen und Bürger bezogen sich im wesentlichen auf Zeitplanung, Gesichtspunkte der Abgrenzung, Linie 5, Berücksichtigung sozialer Belange bei der Untersuchung, Durchführung der Neuordnung, Umgriff, Umweltbelange, Vorteile für Stadtteil und Anlieger, Vorgaben für Eigentümer, KAG-Beiträge der Anlieger (KAG-Kommunales Abgabengesetz)

    Herr Liepert vom Tiefbauamt erläutert, daß Fahrbahnarbeiten mit Gleisbau, Haltestelle, Gehwege für Anlieger nie beitragspflichtig sind. Der Umfang (KAG) wäre beschränkt und würde mit den Betroffenen vorab erörtert.

    Zum Sanierungsverfahren, das zu 60 % über Städtebauförderungsmittel (Bund/Land) und zu 40 % über die Kommune finanziert wird, wird eine Vorbereitende Untersuchung nach § 141 BauGB durchgeführt. Ziel ist die Entwicklung eines zukunftsfähigen Stadtteils, der eine wichtige Verbindungsachse zwischen dem Westen Augsburgs und der Innenstadt darstellt. Daher geht der Untersuchungsbereich über die Augsburger Straße hinaus und schließt auch an das Gebiet der Sheridan-Kaserne an.

    Die Ausweisung als Sanierungsgebiet ist nicht Voraussetzung für den Beginn der Bauarbeiten Augsburger Straße. Sie werden voraussichtlich Ende Febr. 2003 beginnen und bis Juli 2003 dauern.


    Planmaterial zum Ansehen:
    Bebauungsplan Augsburger Straße
    Sanierungsgebiet "Augsburger Straße"



    Zeitplan zum Beteiligungsverfahren Augsburger Straße

    Im Jahr 2002 werden die Vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt und voraussichtlich im Herbst abgeschlossen.

    Zu den Untersuchungsergebnissen ist eine Informationsveranstaltung mit Diskussion vorgesehen.

     

    Protokoll: 10.04.02

    URBANES WOHNEN E.V., Helga Jäger

     

    PS:

    1. Die Beauftragung der Architekten für die Rahmenplanung Sheridan Kaserne ist noch in Arbeit. Sobald sie erfolgt, kann ein Zeitplan für Termine und Themen zur Rückkoppelung mit dem Stadtteilarbeitskreis festgelegt werden.

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